Unsere Zeit – Zeitung der DKP – Bottroper Notizen

Die Bottroper Notizen erscheinen, seit die DKP gegründet wurde und damals sofort in den Rat der Stadt einziehen konnte. Die Zeitung ist die einzige, die von den Konzernen unabhängig ist und kostenlos verteilt wird.

Im UZ-Archiv finden Sie Ausgaben der Bottroper Notizen chronologisch gelistet von 1970 bis heute zum Download als PDF. Die Ausgaben sind nach Jahrzehnten sortiert.

Bottroper Notizen der Jahrgänge anzeigen von:

Die Bottroper NOTIZEN entstanden an der Jahreswende 1969/ 1970 nicht ohne Vorbild. Die Kommunisten in Bottrop waren schon früh der Meinung: Die Menschen müssen informiert werden, sie dürfen nicht der bürgerlichen Meinungsmache überlassen werden. Niemand wird sie über unsere Arbeit, über Probleme und Politik so informieren wollen und können, wie die Kommunisten selbst.

Vorläufer

Das begann bereits in der Weimarer Republik, als vor allem auf den Bottroper Zechen mit Betriebszeitungen versucht wurde, die Bergarbeiter zu informieren. Hier spielte die Politik der kommunistischen Fraktion im Rat der Stadt noch nicht eine so große Rolle. Beispiele für diese Betriebszeitungen haben wir bisher nur im Bundesarchiv gefunden und kopiert. Es gab jedoch auch Ausgaben, die sich zum Teil mit der Politik im Rathaus beschäftigten, dafür hier zwei Beispiele: – Welheimer roter Sender (etwa von 1930, Kopie) – Das Wort der Bergsklaven vom Juli 1930, hier wird auf den Seiten 7 und 8 über die Arbeit der kommunistischen Ratsfraktion berichtet. Während der Herrschaft der Faschisten in Deutschland von 1933 bis 1945 gab es keine Ratsfraktion der Kommunisten, sie wurden verfolgt, inhaftiert und starben unter dem Fallbeil oder in den Konzentrationslagern. In Bottrop gab es während dieser Zeit insbesondere unter den Bergarbeitern kleine Gruppen von Kommunisten, die zusammenhielten. Dort, wo sie konnten, versuchten sie, zu helfen und die Menschen zu informieren – immer unter der Gefahr, verraten zu werden. Es gab auch anfangs Flugblätter, die im Ausland oder in Geheimdruckereien hergestellt und in Bottrop verteilt wurden. Bei einer dieser Aktionen wurden hier in unserer Stadt auch Kommunisten verhaftet, zwei von ihnen – Michael Mast und Franz Kwasigroch – wegen des Besitzes dieser Flugblätter hingerichtet. So gefährlich kann Information sein – für seine Besitzer und für ihre Gegner.

Nach dem Ende der Herrschaft des Faschismus und des Krieges zogen in Bottrop schnell wieder Kommunisten in den Rat der Stadt ein. Ihre Zeitung war Der Funke – davon ist jedoch nur ein Exemplar einer Ausgabe – vermutlich von 1954 – überliefert. Die KPD wurde in den Bundestag und in die Landtage gewählt. Hier ein Wahlaufruf zur Bundes- und Landtagswahl 1950. Clemens Kraienhorst rückte 1954 in den Landtag nach. Die Zeitung Dein Weg erschien 1953 in Bottrop und Gladbeck zur Bundestagswahl.

Unter Adenauer wurden die Kommunisten wieder verfolgt, ihre Partei, die KPD, 1956 verboten. Doch bereits 1961 gelang es Kommunisten auf der Liste der „Demokratischen Wähler-Union“ (DWU) in Bottrop wieder, in den Rat der Stadt einzuziehen. Und auch die DWU hielt es wie die Kommunisten: Man muss die Menschen informieren! Das taten sie mit ihrer Zeitung „DWU-Nachrichten“ von 1961 bis 1965 und „Blätter zum Nachbarn“ von 1966 bis 1967. Diese sind (vermutlich vollständig) erhalten und werden hier vorgestellt:

  • DWU-Nachrichten von 1960 bis 1967
  • Blätter zum Nachbarn 1966 bis 1967

ANMERKUNG: Es sind alle Ausgaben so belassen worden, wie sie sind, retuschiert wurden lediglich die doch sehr störenden Löcher vom Abheften. Nichts wird also beschönigt – keine Tippfehler, keine krummen Formulierungen, keine politischen Irrtümer – aber auch die Bottroper Skandale und Skandälchen, die schon früh ansetzende Kritik der Kommunisten an Fehlentwicklungen und politischen Dummheiten in SPD, CDU und Stadtverwaltung sind hier nachzulesen!

Übrigens: Uns fehlen noch einige Nummern der NOTIZEN im Original, wo nur Kopien vorhanden sind, uns fehlt auch das meiste Material vor 1961. Wer bereit ist, sich von entsprechenden gut gehüteten Schätzchen zu trennen: Bitte anrufen!