Traditionen der Bergleute müssen gewürdigt werden

Aus der Rede von DKP-Vertreterin Birgit Lüdtke-Jordan im Kulturausschuss zum Antrag, den malakoffturm zum UNESCO-Kulturerbe zu erklären und die kulturellen Traditionen des Bergbaus in Bottrop zu (er-)halten:

Bottrop kann stolz sein auf die Arbeit der Bergleute und die damit verbundenen Traditionen. Mit dem Bergbau ist unsere Stadt erst zur Stadt und zur Großstadt geworden. Ziemlich genau einhundert Jahre dauerte es nur, bis Bottrop vom Bauerndorf zur Großstadt mit über einhundert tausend Einwohnern wurde. Ohne die Arbeiter aus aller Herren Länder untertage wäre das nicht geschehen und wir würden uns hier nicht in einer Stadt, sondern vermutlich in einem Vorort einer der Nachbarstädte treffen.

Daher kommt auch der Wunsch der DKP und – da bin ich mir sicher! – der Wunsch vieler Einwohner unserer Stadt, die selbst im Bergbau waren, deren Väter oder Großväter untertage waren und deren Verwandte, die auf die Heimkehr der männlichen Familienangehörigen von der Schicht warteten: Wir müssen den Bergbau unserer Stadt mehr würdigen! Wir haben es geschafft, unseren Kohleabbau wenigstens bis zum Ende des Jahres 2018 hier zu erhalten, denn Prosper II wird für immer die letzte Zeche in unserer Region sein, die geschlossen wird.

Der über 30 Meter hohe Malakowturm der ehemaligen Schachtanlage Prosper II, Schacht 2 zählt zu den wenigen noch erhaltenen gemauerten Fördertürmen im Ruhrgebiet. Das imposante Bauwerk mit seiner reich gegliederten Architektur wurde im Stil des Historismus errichtet und ging 1875 in Betrieb. Der Malakowturm hat die Besonderheit, dass später ein Förderturm aus Stahl eingebaut wurde, um eine größere Tragfähigkeit bei der Seilfahrt zu ermöglichen.

Der Historischen Gesellschaft Bottrop e.V. sowie der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur in Dortmund ist es zu verdanken, dass der Malakowturm als Denkmal der Bergbau- und Migrationsgeschichte erhalten wurde.

Natürlich ist es eine sehr gute Idee, die Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet in Gänze als Weltkulturerbe vorzuschlagen, jedoch ist die DKP der Meinung, den Malakoffturm, quasi als Wahrzeichen unseres Bergbaues und damit auch unserer Stadt besonders zu würdigen und als Einzelobjekt für die Vorschlagsliste zur Anerkennung als Weltkulturerbe anzumelden.

Was die museale Darstellung angeht, auch da sind wir der Meinung, dass wir uns als Stadt des Bergbaus präsentieren sollten, indem wir den Malakoffturm als unseren Standort für die Darstellung der Bergbaugeschichte unserer Stadt qualifizieren! Also überlassen wir den größten Teil der Erinnerungsstücke an die Historie unserer Stadt doch nicht allein dem Ruhrmuseum in Essen und dem Bergbaumuseum in Bochum. Die Bergbaugeschichte unserer Stadt sollte auch hier vor Ort den zukünftigen Generationen zugänglich gemacht werden. Die Menschen unserer Stadt haben diese Erinnerungsstücke nämlich zum größten Teil selbst erzeugt und in den Händen gehalten. Geben Sie diese Dinge also bitte nicht weg!

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