Maßnahmen gegen Kohlenstaub der Kokerei erforderlich

Nach den massiven Kohlenstaubemissionen der Kokerei  im August hat es auch in dieser Woche wieder massive Beschwerden von Anwohnern in Welheim und Batenbrock gegeben. DKP-Ratsherr Michael Gerber: „Die Anwohner leben seit Jahrzehnten in der Nachbarschaft der Kokerei. Doch an eine so massive Belastung mit Koks- und Kohlenstaub der Kokerei  können sich die Bürger nicht erinnern.“

In einer Mail vom 11. September an das Beschwerdemanagement der Kokerei heißt es: „Wie an jedem Tag haben wir auch heute wieder Niederschlag in Form von Staub feststellen müssen. Jedoch war es heute besonders schlimm. Gerne hätten wir heute, bei dem sonnigen Wetter unsere Terrasse mit den neuen Gartenmöbeln genutzt. Das ist einfach unmöglich. Es knirscht zu sehr zwischen den Zähnen. Bitte schicken Sie keinen Dreck mehr. Sorgen Sie umgehend für Abhilfe. Da wir so nicht leben wollen, müssen wir morgen mit den Putzarbeiten beginnen.“

Besonders der ölige Niederschlag in den Gärten, auf Autos, den Häusern, der auch in die Wohnungen eindringt, macht den Anwohnern zu schaffen. Dieser Niederschlag lässt sich nicht mit einem Staubtuch entfernen. In einem  Schreiben von Arcelor Mittal vom 6. September an die Nachbarn der Kokerei heißt es: „Wir bedauern sehr, dass die Löschturmbaustelle verzögert ist. Selbstverständlich verlängern wir unser Angebot der Autowäsche, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, entsprechend bis Ende November 2018.“ Unterschreiben ist das Schreiben von Herrn Pufpaff, dem Leiter der Kokerei. Die öligen Niederschläge und Koks/Kohlepartikel lassen sich in einer Waschstraße jedoch nicht entfernen, sondern führen zu Lackschäden an den PKWs.

Eine Quelle des Kohlestaubs sind die Kohlehalden an der Kokerei. Diese werden mit Wasser besprüht, um Staubemissionen zu vermeiden. Bei einem Ortstermin mit Anwohnern erklärte Herr Pufpaff, dass der heiße Sommer mit starken Winden eine der Ursache für die Emission ist. DKP-Ratsherr Michael Gerber hat bei dem Ortstermin gefordert, dass die Kohlelager eingehäust werden, damit kein Kohlenstaub in die Umwelt gelangt. Herr Pufpaff hat dies aus Kostengründen abgelehnt und sich auf die Genehmigung der jetzigen Praxis durch die Bezirksregierung Münster berufen.

Besonders alarmierend sind die nach wie vor hohen Werte bei Benzo(a)pyrenen, die von der Messstation in Welheim gemessen werden. Der Mittelwert im 1. Quartal 2018 liegt bei 2,47 ng/m³. Spitzenwert war am 23. Januar mit 24,36 ng/m³. Der Zielwert liegt laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bei 1 ng/m³. Die Messstation in Welheim hat landesweit die höchsten Benzo(a)pyren-Werte. Benzo(a)pyren ist eine der am längsten bekannten und untersuchten krebserregenden Substanzen.

In der gestrigen Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses hat es in Anwesenheit von Anwohnern aus Welheim eine intensive Diskussion über die Umweltbelastung der Kokerei gegeben. Die DKP hatte in einem Antrag eine Bürgerversammlung für die Anwohner der Kokerei gefordert, um dort über die Umweltbelastungen und mögliche Gesundheitsgefahren zu informieren. Vertreter der Kokerei sowie der Bezirksregierung sollten berichten, mit welchen Maßnahmen die Umweltbelastungen der Kokerei künftig abgestellt werden. Der DKP-Antrag wurde vom Ausschuss abgelehnt. Stattdessen soll zu der nächsten Sitzung des Ausschusses Herr Pufpaff von der Kokerei eingeladen werden und über die Maßnahmen der Kokerei informieren. Das Umweltamt der Stadt will jetzt auch eine Mail-Adresse einrichten, an die sich Anwohner mit Beschwerden über die Staubbelastung durch die Kokerei richten können. Auch die Untersuchung von Staubproben durch die Stadt hat der Technische Beigeordnete, Herr Müller, in Aussicht gestellt. DKP-Ratsherr Michael Gerber: „Die Stadt muss mehr Druck auf die Kokerei und die Bezirksregierung ausüben. Die Bürger wollen endlich wirksame Maßnahmen sehen, die den massiven Kohlenstaub der Kokerei verhindern.“

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