Massive Bürgerbeschwerden über Umweltbelastungen durch die Kokerei

Bottrop, 13.8.2019

Die Beschwerden von Bürgern über die Umweltbelastungen durch die Kokerei haben in den letzten Wochen massiv zugenommen. Die starken Winde am 10. August haben in Welheim zu einer großen Belastung durch ölhaltigen Kohle- und Koksstaub geführt. Bild- und Filmmaterial von Anwohnern dokumentieren, dass entgegen der Zusicherung der Kokerei sowie dem öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen der Bezirksregierung Münster und ArcelorMittal zur Regelung der Grobstaubemissionen, das Aufhalden der Kohlemischbetten bei Starkwinden am 10. August nicht eingestellt wurde. Die Absetzer waren weiter im Betrieb und hatten auch keine reduzierte Abwurfhöhe. Die Bedüsungseinrichtung war aufgrund der Windstärke nur ungenügend in der Lage, die Mischbetten zu befeuchten. Auch der Einsatz von Staubbindemitteln konnte nicht verhindern, dass es zu sehr starken Abwehungen von den Kohlemischbetten gekommen ist.

DKP-Ratsmitglied Michael Gerber: „Es ist ein Skandal, dass sich die Kokerei nicht an geschlossene Vereinbarungen hält. Die DKP fordert seit langem, dass die Kohlemischbetten eingehaust werden. Nur so lässt sich zuverlässig die Abwehungen des öligen Kohlestaubs verhindern.“

In den Kohlemischbetten wird nach Aussagen von Kokerei-Chef Pufpaff Petrolkoks zugeführt. Petrolkoks enthält die krebserzeugenden Schwermetalle Nickel, Cadmium und Vanadium. Der Kontakt mit Petrolkoksstaub soll laut Sicherheitsdatenblatt unbedingt vermieden werden. Die TA Luft (5.2.3.5.1) schreibt daher auch vor, dass eine geschlossene Lagerung erforderlich ist. Das ist auf den Kohlemischbetten nicht gegeben. Michael Gerber: „Das Petrolkoks gelangt durch die Abwehungen in die Luft und stellt damit neben den hohen Benzo(a)pyren Belastungen eine weitere große gesundheitliche Gefahr dar. Es ist unverantwortlich, dass der Einsatz von Petrolkoks in der Kokerei und deren Lagerung auf den Mischbetten im Freien durch die Bezirksregierung genehmigt wird.“

Die DKP erreichen Beschwerden von Anwohner aus Welheim, Batenbrock, Welheimer Mark und der Boy über massive Verschmutzungen durch die Kokerei in den letzten Wochen. Anwohner berichten, dass besonders abends und nachts starker schwarzer Rauch aus den Schornsteinen der Kokerei quillt. Zugenommen haben auch die Geruchsbelästigungen. Die täglichen Bürgerbeschwerden bei der Kokerei, der Bezirksregierung, dem LANUV und der Stadt Bottrop bleiben ohne Wirkung. Auch die Bottroper Feuerwehr wurde bereits von den Anwohnern wegen anhaltender Geruchsbelästigung alarmiert.

DKP-Ratsmitglied Michael Gerber: „Die Geduld der Anwohner ist am Ende. Seit 2016 gibt es Zusagen der Kokerei zur Verringerung der Umweltbelastung. Die Auflagen der Bezirksregierung sind ungenügend und bleiben wirkungslos. Die Stadtverwaltung fühlt sich nicht zuständig und verweist auf das LANUV und die Bezirksregierung. Der Runde Tisch und die Bürgerversammlung am 11. Juli werden rückblickend von den Anwohnern als Show- Veranstaltungen zur Beruhigung der Öffentlichkeit wahrgenommen. Wenn ArcelorMittal nicht bereit ist, die Kokerei auf dem technisch möglichen Stand zu modernisieren und dafür die notwendigen Gelder bereitstellt, wird es nach dem Ende des Bergbaus auch für die Kokerei in Bottrop keine Zukunft geben.“

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