Kokerei vergiftet weiter die Umwelt

Die Kokerei von ArcelorMittal hat ihren Schadstoffausstoß mit den krebserregenden Benzo(a)pyren nicht verringert! Die Belastung betrug laut der Messstation des LANUV in Welheim im 1. Quartal 2020 im Durchschnitt 2,33 Nanogramm pro Kubikmeter (ng/m³). Damit wurde der Zielwert von 1 ng/m³ deutlich überschritten. Zum Vergleich die Werte für das 1. Quartal der letzten Jahre: 1,96 ng/m³ (2017), 2,51 ng/m³ (2018) und 2,73 ng/m³ (2019). Spitzenwerte waren in diesem Jahr bisher am 12. Januar mit 13,3 ng/m³ und am 9. Januar mit 12,09 ng/m³. In der WAZ vom 17. März wird der Standortleiter Herr Degen mit der Aussage zitiert: „Die Januar- und Februar-Performance zeigt einen deutlichen Trend der Emissionsverbesserung, die rund 50 Prozent niedriger als 2019 ist.“

DKP-Ratsmitglied Michael Gerber: „Von einem Trend der Emissionsverbesserung kann bei der Benzo(a)pyren Belastung durch die Kokerei nicht gesprochen werden. Das ist Wunschdenken von Herrn Degen und hat mit der Realität nichts zu tun. Da auf der Kokerei, nach eigenen Angaben von ArcelorMittal, aktuell Kurzarbeit gefahren wird, sind die Werte nach wie vor alarmierend hoch. Die von ArcelorMittal zugesagte Einhaltung des Zielwertes von 1 ng/m³ wird weiterhin nicht erreicht!“

Die hohe Umweltbelastung vergrößert auch die Gefahren durch die Corona-Pandemie. „Spiegel online“ berichtete am 9. April 2020: „Das Team um Francesca Dominici von der Harvard University verglich die Luftqualität und die Covid-19-Todesraten in 3080 der ‚Countys‘ genannten Landkreise in den USA miteinander. Die Ergebnisse legen nahe, dass Menschen, die über Jahre schlechte Luft einatmen, häufiger schwer oder sogar mit tödlichem Ausgang am neuen Coronavirus erkranken.“

Als weltweit größter Stahlproduzent verfügt ArcelorMittal über genügend Finanzmittel, um eine umweltschonende Koksproduktion zu realisieren. Der Profit des Konzerns geht offensichtlich vor den notwendigen Investitionen in eine modernisierte Anlage. ArcelorMittal gefährdet damit den Bestand der Kokerei mit seinen Arbeitsplätzen sowie die Gesundheit der Beschäftigten und der Menschen in Bottrop und der Region. Es ist für die DKP offenkundig: ArcelorMittal betreibt die Kokerei auf Verschleiß, um sie mittelfristig zu schließen und nimmt dabei keinerlei Rücksichten – weder auf die Bürger in Welheim und Batenbrock, noch auf die Beschäftigten der Kokerei. Michael Gerber: „Die Gesundheit der Menschen muss Vorrang vor dem Profit von ArcelorMittal haben! Bezirksregierung und Stadt müssen dem Konzern endlich deutliche Grenzen ziehen und notfalls die Kokerei schließen. Die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat werden sich Gedanken über die Frage machen müssen, wie sie einer absehbaren Schließung entgegentreten wollen. Da gibt es durchaus Gemeinsamkeiten mit den Anwohnern der Kokerei.“

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