In Sorge um Bürger und Mitarbeiter: DKP erstattet Anzeige gegen die Kokerei!

Umweltskandal der Kokerei Bottrop weitet sich aus: Seit langem warnt die DKP vor der Umweltbelastung und den gesundheitlichen Gefahren durch die regelmäßige Überschreitung der Grenzwerte für Benzo(a)pyren durch die Kokerei von ArcelorMittal in Bottrop. In der Vergangenheit wurden die Beschwerden der Anwohner aus Welheim und Batenbrock sowie der DKP darüber  von der Stadt Bottrop nicht ernst genommen.

Die Untersuchungsergebnisse des NRW-Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) über die Belastung von Blattgemüse im Umfeld der Kokerei zeigen die ganze Dramatik der Umweltvergiftung im Bottroper Süden.

In Welheim wurde mit 500 Mikrogramm pro Kilo (μg/kg) das bis zu zwanzigfache der Hintergrundbelastung an Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) festgestellt. Auch die Benzo(a)pyren-Werte werden in Welheim mit bis zu 3,5 μg/kg und damit um den Faktor 10 der Hintergrundbelastung in NRW überschritten. Kein Wunder, dass der Krebsatlas im Bottroper Süden den höchsten Wert in Deutschland ausweist.

Die Warnung vor dem Verzehr von Blattgemüse wie Grünkohl, Spinat, Feldsalat, Rucola, Kräutern oder Pflücksalat aus den Gärten in Welheim und Batenbrock zeigen das ganze Ausmaß der Umweltvergiftung durch die Kokerei auf. In der Stellungnahme des LANUV heißt es, bei PAK und Benzo(a)pyren „handelt es sich um Substanzen, die mit großer Wahrscheinlichkeit für den Menschen kanzerogen sind und keinen Schwellenwert haben. Für solche Substanzen kann per Definition keine Dosis ohne theoretisches Krebsrisiko abgeleitet werden.“

Der Rat von Oberbürgermeister Tischler an die Bürger: „Dann muss man dieses Blattgemüse eben mal auf dem Markt kaufen und nicht im eigenen Garten anbauen“ ist eine Verharmlosung der Umweltvergiftung und zeigt, dass die Stadtspitze die Sorgen der Menschen nicht ernst nimmt. In der Gartenstadt Welheim und in Batenbrock sind viele Menschen darauf angewiesen, sich mit Gemüse aus dem eigenen Garten zu versorgen.

Es ist alarmierend, dass sich in dem Gebiet mit der höchsten Umweltvergiftung das Schulzentrum Welheim mit der Grund- und Hauptschule befindet, ebenso der Sportplatz Welheim, auf dem viele Kinder, Jugendliche und ältere Sportler trainieren.

DKP-Ratsmitglied Michael Gerber: „Die gesundheitliche Gefährdung der Menschen im Bottroper Süden durch die Kokerei muss schnellstens beendet werden. Seit 2016 versichert die Kokerei, sie wolle die Türen der Koksöfen und die Filteranlagen verbessern. Die Umweltbelastung ist jedoch nicht verringert worden.“ Die DKP fordert von der Bezirksregierung Münster als Aufsichtsbehörde schärfere Auflagen für die Kokerei sowie unangekündigte Kontrollen. Wenn die Kokerei die Umweltauflagen nicht einhalten kann, muss die Bezirksregierung notfalls Teile der 146 Koksöfen stilllegen! Mit der fortdauernden Umweltvergiftung gefährdet ArcelorMittal den Standort der Kokerei in Bottrop und die Arbeitsplätze der Beschäftigten. Die Gesundheit der Bürger wie auch der Beschäftigten ist ein höheres Gut, als der Profit des weltweit größten Stahlerzeugers ArcelorMittal. Die DKP fordert, dass ArcelorMittal die Schäden durch den öligen Koksstaub an den Häusern, Autos und Außenanlagen in Welheim und Batenbrock ersetzt.

DKP-Ratsmitglied Michael Gerber: „Die DKP wird bei der Staatsanwaltschaft Essen gegen die Kokerei von ArcelorMittal Anzeige wegen Gefährdung der Gesundheit der Menschen im Bottroper Süden erstatten!“

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