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Gerber ruft auf zu Mahnwache gegen Dreck bei Kokerei
16. September 2020

Liebe Nachbarinnen und Nachbarn, liebe Mitarbeiter der Kokerei,

entgegen den Beteuerungen von ArcelorMittal nimmt die Umweltvergiftung durch die Kokerei nicht ab. Obwohl dort Kurzarbeit gefahren wird, heißt das leider nicht, dass die Belastungen sich verringert hätten. Die Anwohner klagen in den letzten Wochen erneut über massive Staubbelastungen durch die Kokerei. Alles wird mit dem öligen Koksstaub aus der Kokerei überzogen, Hausfassaden, Gärten und Autos. Für 16.000 Menschen im Bottroper Süden gibt es bereits ein Verzehrverbot der Stadt für selbstangebautes Gemüse.

Eine Anwohnerin schildert: „Es belastet mich psychisch und macht mich krank, wenn ich im Garten sitze und ich weiß, ich atme das Gift der Kokerei ein.“ Andere schimpfen darüber, dass nachts ihre PKWs und morgens der Gartentisch mit einem öligen Koksstaub überzogen sind.

Aktuell wurde erstmals durch ein Fachgutachten nachgewiesen, dass sich die krebserzeugenden Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) in hoher Konzentration in den Wohnungen der Nachbarschaft der Kokerei nachweisen lassen. In dem Gutachten heißt es: „In den zwei untersuchten Wischproben wurden erhöhte PAK-Summenkonzentrationen festgestellt. Die festgestellten Summenwerte liegen weit über der Hintergrundbelastung von Oberflächen in Wohnhäusern in NRW. Aufgrund der Feststellungen im Ortstermin und dem vorliegenden Laborbericht kann eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden.“

Das Gutachten kommt zu der Feststellung:

„Einem erhöhten Gesundheitsrisiko sind Menschen ausgesetzt, welche in Gebäuden wohnen oder sich lange in Räumlichkeiten aufhalten, in denen eine Belastung mit PAK vorliegt.“

Genauere Informationen über das Gutachten werden auf der Mahnwache vorgestellt.

Die Stadt Bottrop und der Oberbürgermeister wie auch die Bezirksregierung Münster schützen Anwohner und Kokereimitarbeiter nicht vor der Umweltvergiftung durch die Kokerei. Wir müssen gemeinsam weiter öffentlich Druck machen. Der weltweit größte Stahlkonzern ArcelorMittal fährt die Kokerei aus Profitgründen auf Verschleiß und bedroht damit die Arbeitsplätze der Belegschaft und die Gesundheit einer ganzen Region.

Kommt zur Mahnwache vor der Kokerei

Donnerstag, 27. August, 17 Uhr,

Prosperstraße, Einfahrt zur Kokerei

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