DKP warnt vor Einsatz von Petrolkoks in der Kokerei

Die Kokerei von ArcelorMittal in Bottrop plant im nächsten Jahr den Einsatz von Petrolkoks. Dies hat der Leiter der Kokerei, Herr Pufpaff, auf Fragen von DKP-Ratsmitglied Michael Gerber in der letzten Sitzung des städtischen Ausschusses für Stadtplanung und Umweltschutz bestätigt.

Petrolkoks fällt bei der Aufbereitung von Rohöl bei der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen an. Es besteht zu 84 bis 88 Prozent aus reinem Kohlenstoff. Petrolkoks hat jedoch auch einen hohen Anteil von Nickel und Vanadium. Beide Schwermetalle sind stark krebserregend. Sowohl für Nickel wie auch für Vanadium gibt es keine Toleranzwerte, das heißt: Diese Metalle sind NICHT tolerabel! Bottrop hat bereits seit langem die höchste Krebsrate im Ruhrgebiet. Der Einsatz von Petrolkoks in der Kokerei wird das Krebsrisiko noch weiter erhöhen.

Es besteht jedoch auch die Gefahr, dass umdeklarierte Ölpellets als Petrolkoks in der Kokerei zum Einsatz kommen. Der WDR und das ARD-Magazin Monitor berichteten, dass täglich 100 Tonnen solch hochgiftiger Raffineriereste von der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen im Uniper Kraftwerk in Scholven verbrannt, statt in einer teuren Sondermüll-Verbrennungsanlage entsorgt werden. Uniper hat das Kohlekraftwerk in Scholven für 2019 zur Stilllegung bei der Bundesnetzagentur angemeldet. Die DKP hat die Befürchtung, dass dann hochgiftige Ölpellets in der Kokerei von ArcelorMittal zum Einsatz kommen.

In einer Stellungnahme der Bezirksregierung Münster zur Verbrennung von Ölpellets im Uniper Kraftwerk Scholven heißt es: „Nach dem europäischen Chemikalienrecht müssen Produkte – auch Nebenprodukte – grundsätzlich registriert werden. Die Verordnung enthält jedoch Ausnahmen: Die Firma BP/Ruhr Oel hat die Ölpellets eingestuft als Petrolkoks (Rußgranulat). Nach der Europäischen Chemikalienverordnung REACH ist Petrolkoks (Rußgranulat) von der Registrierungsfrist ausgenommen. Diese Einstufung wurde von der Bezirksregierung Münster überprüft mit dem Ergebnis, dass die Einstufung der Ruhr Oel GmbH nicht zu beanstanden ist.“

DKP-Ratsmitglied Michael Gerber: „Es ist ein Skandal, dass BP/Ruhr Oel eine solche Lücke im europäischen Chemierecht ausnutzen kann, um hochgiftige Ölpellets, umdeklariert als Petrolkoks, an Abnehmer kostengünstig zu entsorgen. Wenn die Bezirksregierung den Einsatz von Ölpellets im Uniper Kraftwerk nicht untersagt, ist auch ein Einsatz in der Kokerei in Bottrop zu befürchten. Sowohl der Einsatz von Petrolkoks wie auch von Ölpellets in der Kokerei ist eine gesundheitliche Gefährdung der Anwohner und muss verhindert werden.“ Herr Pufpaff hat im Bottroper Planungs- und Umweltausschuss eine Verbrennung von Ölpellets auf Befragung von Michael Gerber verneint. Dieser Antwort ist bei der Öffentlichkeitsarbeit von ArcelorMittal jedoch nicht zu trauen.

Auf der offiziellen Internet Seite von ArcelorMittal wird zur Verwendung des anfallenden Gases bei der Kokserzeugung berichtet: „Rund 45 Prozent des Gases benötigt die Kokerei für die Beheizung der Koksöfen und für sonstigen Eigenverbrauch. Die Restmenge wird nach Feinreinigung und Kompression weiter verkauft.“ Dies trifft auf den Betrieb der Kokerei schon länger nicht mehr zu. ArcelorMittal informiert hier die Öffentlichkeit bewusst falsch. Aus internen Quellen der Kokerei ist die DKP darüber informiert, dass BP in Gelsenkirchen den Bezug des Gases von der Kokerei in Bottrop eingestellt hat, da dieses Gas zu viele Verunreinigungen aufgewiesen hätte. Eine offizielle Anfrage von DKP-Ratsmitglied Michael Gerber bei der Pressestelle von BP Gelsenkirchen wurde nicht beantwortet. Seitdem BP/Ruhr Oel das Gas der Kokerei nicht mehr abnimmt, wird dieses verunreinigte Gas auf dem Gelände der Kokerei abgefackelt. Dies ist offensichtlich auch der Hintergrund für die aktuellen Pläne von ArcelorMittal, auf dem Betriebsgelände ein Gaskraftwerk zu errichten. Michael Gerber: „Die Anwohner in Welheim und Batenbrock werden durch das Abfackeln des Gases durch die Kokerei noch zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Auch ein jetzt geplantes Gaskraftwerk auf dem Kokereigelände muss kritisch gesehen werden.“

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