DKP protestiert gegen fortgesetzten Lärm auf der A2

Mindestens seit 2007 liegen bei der Stadtverwaltung Bottrop Beschwerden über den Verkehrslärm der Autobahn A2 vor. Die DKP hat sich seitdem mehrfach aktiv für eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 100km/Std. eingesetzt. Die Stadtspitze hat den Landesbetrieb „Straßen NRW“ angeschrieben und der Oberbürgermeister hat zuletzt im August 2018 bei der Bezirksregierung Münster den Antrag gestellt, im Bereich Bottrop die Geschwindigkeit auf 100km/Std zu beschränken. Dieses Tempolimit sollte ganztägig gelten, zumindest nachts, bis der Ausbau des Autobahndreiecks A2/A31 mit dem geplanten Lärmschutz fertiggestellt wäre.

Der Antrag wurde von der Bezirksregierung im Dezember 2018 abgelehnt und mit Messergebnissen des Landesbetriebs Straßenbau begründet. Nach der geltenden Richtlinie (Lärmschutz-Richtlinen-StV) wurde dort ermittelt, dass die Schallpegel sich bei einer Absenkung der Geschwindigkeit von 130km/h auf 100km/Std nachts um 0,8 Dezibel und tags um 1,5 Dezibel mindern. Damit die Geschwindigkeit auf 100km/Std beschränkt werden könnte, sei aber eine Schallminderung um 3,0 Dezibel Voraussetzung.

Die DKP ist der Meinung, dass die Forderung der Anwohner von der Stadtverwaltung gegenüber der Bezirksregierung und Straßen NRW nicht mit genügend Nachdruck vertreten wird. Wenn man auf der A2 in Richtung Hannover fährt, sieht man nämlich mehrfach, dass dort die Geschwindigkeit wegen Lärmschutzes begrenzt wird!

In den Lärmschutz-Richtlinen-StV sind keine gesetzlichen Grenzwerte festgelegt. Es handelt sich um eine schwammige Bestimmung, nach der ausdrücklich die Belange des Autoverkehrs berücksichtigt werden müssen. Auch die Lärmmessung erfolgt nach einer eigenen Methode, bei der örtliche Schallmessungen nicht berücksichtigt werden!

Die physikalisch-technischen Begriffe sind für die meisten von uns schwer zu verstehen. Was die angeblich zu geringe Lärmminderung für Ihre Gesundheit bedeutet, können Sie aber selbst am besten ermessen. Nach übereinstimmenden wissenschaftlichen Untersuchungen wird eine Erhöhung um 10 Dezibel als Verdopplung der Lautstärke empfunden.

Es ist offensichtlich, dass bei dieser Gesetzgebung nicht die gesundheitlichen Belange der vom Straßenlärm betroffenen Anwohner berücksichtigt wurden. Die Autokonzerne führen die Feder, wie der Abgasskandal deutlich zeigt, sie profitieren von der herrschenden Verkehrspolitik.

Der geplante Ausbau des Autobahndreiecks A2/A31 wird das Lärmproblem verschärfen und nicht – wie versprochen – mindern. Ähnlich wie beim geplanten Ausbau der B224 zur A52 werden die vom gegenwärtigen Lärm betroffenen Anwohner auf die Zeit nach dem Ausbau vertröstet. Schon jetzt werden in Bottrop laut „Straßen NRW“ die Lärmgrenzwerte durch Autobahnen bei etwa 100 Häusern überschritten. Die DKP ist gegen diesen Ausbau, die Staus werden nämlich nur verlagert.

Die Ausbauprojekte entsprechen einer überholten Verkehrspolitik der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Die DKP fordert: Ausbau des ÖPNV und Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene.

Übrigens: Falls Sie sich als Betroffene an die Bezirksregierung wenden wollen, die Adresse lautet: Domplatz 1- 3, 48143 Münster. Und natürlich können Sie bei uns das Antwortschreiben vom Dezember in voller Länge einsehen.

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