DKP fordert Maßnahmen gegen steigendes Grundwasser in Bottrop

Eine Folge des Bergbaus, der Renaturierung der Emscher mit dem Emscher-Umbau sowie der Bau von neuen Abwasserkanälen der Stadt ist ein Ansteigen des Grundwassers in einigen Bottroper Stadtteilen. Die DKP hat dazu einen Antrag für die Sitzung des Planungsausschusses am 30. Januar gestellt.

Beim alten Emscher-System und seiner Nebenflüsse konnte das Grundwasser in die maroden Betonröhren eindringen und abfließen. Mit der Renaturierung der Emscher und seiner Nebenflüsse wird das Schmutzwasser in neuen Betonröhren abgeleitet. Dort kann das Grundwasser nach dem Umbau nicht mehr eindringen. Die Folge ist ein langsames Ansteigen des Grundwassers bis zu der neu angelegten Bachsohle. Dies ist z. B. beim Renaturierten Kirchschemmsbach zu beobachten. Damit sind die nassen Keller der Hauptfeuerwehrwache an der Hans-Sachs-Straße zu erklären. Viele Hauseigentümer am weiteren Verlauf des Kirchschemmsbach klagen ebenfalls über nasse Keller. Auch im Bereich Kalverkamp / Viktoriastraße / Blankenstraße im Einzugsbereich des Liesenfeldbaches ist dies ein ständiges Ärgernis für die Anwohner. Die Einsichtnahme in die Hydrologische Karte des Rheinisch-Westfälischen-Steinkohlebezirks macht deutlich, welche Siedlungsbereiche in Bottrop besonders durch einen Anstieg des Grundwassers betroffen und gefährdet sind. Die gleiche Wirkung wie der Emscherumbau hat auch der Bau von neuen Abwasserkanälen durch die Stadt.

DKP-Ratsherr Michael Gerber: „Laut Emschergenossenschaft sind im Emschergebiet insgesamt 46.000 Gebäude von einem Anstieg des Grundwassers betroffen, indem die Drainagewirkung des bisherigen Emscher-Systems durch deren Renaturierung entfällt. In Essen-Karnap hat die Emschergenossenschaft im letzten Jahr ein Modellprojekt realisiert. Dort wurde ein neues Drainagesystem gebaut, um dem ansteigenden Grundwasserspiegel entgegen zu wirken und die Nässe in den Kellern der Anwohner zu beseitigen.“

Die DKP beantragt zu der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Umweltschutz einen Vertreter der Emschergenossenschaft einzuladen. Die Emschergenossenschaft soll das Modellprojekt Essen Karnap vorstellen. Die DKP sieht dies als Auftakt, um durch die Emschergenossenschaft, in Kooperation mit der Stadt Bottrop, ein Drainagesystem in betroffenen bzw. gefährdeten Siedlungsbereichen zu errichten, das dem Anstieg des Grundwassers entgegenwirkt. Dies ist eine Voraussetzung, damit Anwohner nicht länger über nasse Keller klagen.

Michael Gerber: „Die Anwohner und Wohnungseigentümer sind nicht verantwortlich für die Veränderungen des Grundwasserspiegels, sie tragen nur die Folgen und müssen entschädigt werden. Auch das ist nach Ansicht der DKP Aufgabe der Emschergenossenschaft. Die DKP geht außerdem davon aus, dass die ursprünglichen Veränderungen der Flussläufe dem Bergbau geschuldet waren und sind. Auch die RAG sollte also an den Kosten für die Betroffenen beteiligt werden.“

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