DKP fordert Bürgerversammlung zur Umweltverschmutzung in Welheim

In einem Antrag an den Planungs- und Umweltausschuss der Stadt fordert die DKP eine Bürgerversammlung zur Umweltverschmutzung durch die Kokerei.

In dem Antrag heißt es: „Die Politik und die Verwaltung haben die Aufgabe und die Verpflichtung, Schäden von den Bürgern zu nehmen. Die Stadtverwaltung wird daher beauftragt, eine Bürgerversammlung in Welheim durchzuführen und dort über die Umweltbelastungen zu informieren und auf mögliche Gesundheitsgefahren einzugehen. Vertreter der Kokerei und der Bezirksregierung sollen berichten, mit welchen Maßnahmen die Umweltbelastungen durch die Kokerei zukünftig beseitigt werden. Dazu sollten auf der Bürgerversammlung unabhängige Experten zu Rate gezogen werden.“

Die DKP hatte das Hygiene Institut des Ruhrgebiets auf eigene Kosten beauftragt, zwei Proben von kokereistämmigen Partikelablagerungen im Fortkamp zu analysieren. Die Proben enthielten Naphthalin, Benzo(a)pyren und andere Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Insgesamt konnten bis zu 33,66 mg/kg PAK in einer Probe durch das Hygiene Institut nachgewiesen werden. Laut Gutachten sind mit diesen Aerosolfrachten aus Kokereiprozessen keine „konkrete Gesundheitsgefahren zu befürchten.“

Die aromatischen Kohlenwasserstoffe sind jedoch sehr flüchtig und können über die Luft eingeatmet werden und damit in die Lunge gelangen. Auch in geringen Mengen können PAK das Krebsrisiko bei Menschen erhöhen. So dürfen laut EU Verordnung ab Ende 2015 bei Verbraucherprodukten Bestandteile aus Kunststoff oder Gummi, die bei Verwendung in längeren oder häufigen direkten Kontakt zur Haut kommen, nicht in Verkehr gebracht werden, wenn sie mehr als 1 mg/kg eines der acht in der Verordnung genannten PAK enthalten. Bei Spielzeug und Babyartikeln gilt ein Grenzwert von 0,5 mg/kg.

DKP-Ratsherr Michael Gerber: „Die Kokerei ist in der Verpflichtung, die Maßnahmen zur Vermeidung der Umweltbelastung zu intensivieren. Den Anwohnern ist nicht länger zuzumuten, dass ihre Häuser und Gärten mit Kokereiablagerungen und aromatischen Kohlenwasserstoffen belastet sowie ihre Gesundheit gefährdet wird.“

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