DKP beantragt Bericht des Gesundheitsamts zur Belastung durch Kokerei

Für die für die nächste Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Familie am 9. Oktober 2018 beantragte die DKP-Vertreterin, dass der Leiter des Gesundheitsamts zur Gefährdung der Bottroper Bevölkerung, speziell von Kindern, Schwangeren und Senioren, durch Emissionen der Kokerei Bottrop berichtet.

In der Begründung heißt es: Bekanntlich gibt es seit Monaten Beschwerden über Emissionen der Bottroper Kokerei, vor allem Bürgerinnen und Bürger in Welheim haben darunter zu leiden. In einer Mail vom 11. September an das Beschwerdemanagement der Kokerei heißt es: „Wie an jedem Tag haben wir auch heute wieder Niederschlag in Form von Staub feststellen müssen. Jedoch war es heute besonders schlimm. Gerne hätten wir heute, bei dem sonnigen Wetter unsere Terrasse mit den neuen Gartenmöbeln genutzt. Das ist einfach unmöglich. Es knirscht zu sehr zwischen den Zähnen. Bitte schicken Sie keinen Dreck mehr. Sorgen Sie umgehend für Abhilfe. Da wir so nicht leben wollen, müssen wir morgen mit den Putzarbeiten beginnen.“

Besonders der ölige Niederschlag in den Gärten, auf Autos, den Häusern, der auch in die Wohnungen eindringt, macht den Anwohnern zu schaffen. Dieser Niederschlag lässt sich nicht mit einem Staubtuch entfernen. In einem Schreiben von Arcelor Mittal vom 6. September an die Nachbarn der Kokerei heißt es: „Wir bedauern sehr, dass die Löschturmbaustelle verzögert ist. Selbstverständlich verlängern wir unser Angebot der Autowäsche, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, entsprechend bis Ende November 2018.“ Unterschreiben ist das Schreiben von Herrn Pufpaff, dem Leiter der Kokerei. Die öligen Niederschläge und Koks/Kohlepartikel lassen sich in einer Waschstraße jedoch nicht entfernen, sondern führen zu Lackschäden an den PKWs.

Eine Quelle des Kohlestaubs sind die Kohlehalden an der Kokerei. Diese werden mit Wasser besprüht, um Staubemissionen zu vermeiden. Bei einem Ortstermin mit Anwohnern erklärte Herr Pufpaff, dass der heiße Sommer mit starken Winden eine der Ursache für die Emission ist. DKP-Ratsherr Michael Gerber hat bei dem Ortstermin gefordert, dass die Kohlelager eingehäust werden, damit kein Kohlenstaub in die Umwelt gelangt. Herr Pufpaff hat dies aus Kostengründen abgelehnt und sich auf die Genehmigung der jetzigen Praxis durch die Bezirksregierung Münster berufen.

Besonders alarmierend sind die nach wie vor hohen Werte bei Benzo(a)pyren (einem polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoff), die von der Messstation in Welheim gemessen werden. Der Mittelwert im 1. Quartal 2018 liegt bei 2,47 ng/m³. Den Spitzenwert mit 24,36 ng/m³ gab es am 23. Januar. Der Zielwert liegt laut Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bei 1 ng/m³. Die Messstation in Welheim hat landesweit die höchsten Benzo(a)pyren-Werte. Benzo(a)pyren ist eine der am längsten bekannten und untersuchten krebserregenden Substanzen.

Besorgte Bürger einer kürzlich gegründeten Initiative haben sich bereits schriftlich an die Bundesumweltministerin gewandt, weil sie sich Sorgen um ihre Gesundheit machen. Vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem dürften gefährdet sein.

Die DKP möchte mit ihrem Antrag erreichen, dass über mögliche Gefährdungen informiert wird und der Ausschuss in Zusammenwirken mit städtischen und überregionalen Behörden umgehend Maßnahmen ergreifen kann.

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