Bald wohl kein Ehrengrab für Loewenfeld mehr

In Kiel liegt dem Stadtrat ein Antrag vor, das dortige Ehrengrab für Wilfried von Loewenfeld aufzuheben. Loewenfeld hatte 1920 während des Kapp-Putsches als Anführer der III. Marinebrigade, einem „Freikorps“, in Bottrop gewütet und war für die Ermordung von mehr als 100 Bottropern, der Beschießung der Stadt und der Bergbausiedlung im Eigen verantwortlich. Seine Truppen verübten Gräueltaten, zu denen auch mindestens eine Vergewaltigung gehörte. In Bottrop gibt es nach wie vor eine Loewenfeldstraße, deren Umbenennung die Bezirksvertretung Kirchhellen bisher immer wieder abgelehnt hat.

In einem Offenen Brief an den Stadtpräsidenten von Kiel beschreibt der Initiator des Antrags, Historiker Dr. Herrmann, die Rolle der „Loewenfelder“ während des Kapp-Putsches und seiner Mitglieder während der Zeit des Faschismus, auch die Untaten in Bottrop werden hier erwähnt. Die Ratsfraktion der Partei Die Linke im Stadtrat Kiel hat daraufhin einen entsprechenden Antrag gestellt.

Am 22.1. liegt dem Kulturausschuss der Stadt Kiel eine vorbereitende Mitteilung der Stadtverwaltung vor, damit die Ratsversammlung am 23.4. bezüglich der „Grabstätte“ Loewenfeld eine Entscheidung fällen kann.

Der Initiator Dr. Hermann teilte der DKP Bottrop schriftlich am 17.1. mit: „Im Rat gibt es (…) eine Mehrheit für die Aufhebung.“

DKP-Kreisvorsitzender Jörg Wingold: „Wenn das nicht den Bezirksvertretern in Kirchhellen Anlass zur Änderung ihrer Entscheidung zum Straßennamen Loewenfeld gibt, wären sie die Letzten, die noch an diesem Mörder und Faschisten öffentlich festhalten.“

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