Auch Bottroper Schulen marode – Kinder krank – zu wenig Sport

Rede von Michael Gerber im Rat der Stadt zu „Gute Schule 2020“ am 11.07.2017

Die Maßnahmeliste macht deutlich, welch hohen Investitionsbedarf die Bottroper Schulen insgesamt haben. Vordringlich ist insbesondere der Ausbau der offenen Ganztagsgrundschulen. Es gibt Grundschulen, in denen die OGS zurzeit weniger als zwei Quadratmeter pro Schüler zur Verfügung haben. Von einem pädagogisch sinnvollen Raum für das Lernen und das Spielen kann hier nicht mehr gesprochen werden. Die Träger des offenen Ganztages, die Erzieherinnen und Erzieher, machen sicher eine gute Arbeit. Die räumliche Enge im offenen Ganztag ist jedoch ein riesen Problem. Das führt dazu, dass mehr verwahrt als gefördert wird. Diese Wahrheit muss einmal deutlich ausgesprochen werden!

Der Gesamtbedarf von 37,2 Millionen Euro ist bei weitem nicht alles, was in den nächsten zehn Jahren in die Bottroper Schulen investiert werden muss. Der Betriebsausschuss des Sport- und Bäderbetriebes hat in der letzten Woche den Weg frei gemacht für den Bau einer neuen Sporthalle am Josef-Albers-Gymnasium mit einer Gesamtinvestition von 7 Millionen Euro.

Ich erinnere daran, dass auch an der Willy-Brandt-Gesamtschule der seit langem geplante Bau einer Sporthalle nicht weiter aufgeschoben werden darf. Deren Schulleiter hat mir gegenüber dargestellt, dass in der Sekundarstufe I von den vorgeschriebenen drei Sportstunden wöchentlich nur zwei gegeben werden können. Die Kapazitäten der Sporthallen für den Schulunterricht sind zu gering. Das darf kein Dauerzustand werden!

Die alarmierenden Zahlen des Bottroper Gesundheitsberichtes über die mangelnde Körperkoordination bei Bottroper Kindern machen deutlich, wie wichtig der Sportunterricht ist. Auch im Programm „Sportif“ wird festgestellt, dass der Anteil der Schüler mit Adipositas zunimmt. Wenn die Entwässerung einer neuen Sporthalle für die Willy-Brandt-Gesamtschule die Kanalisation der Brömerstraße überlastet, muss eine Lösung dafür gefunden werden. Dies darf nicht als Grund herhalten, den notwendigen Bau einer Sporthalle weiter zu blockieren.

Nimmt man die notwendige Erweiterung der drei Bottroper Gymnasien für die Wiedereinführung von G 9 hinzu, entsteht ein Gesamtinvestitionsbedarf in den nächsten 10 Jahren von  mindestens 55 Millionen Euro.

Im Schulausschuss hatte ich Herrn Giebelstein gefragt, ob der Fachbereich Tiefbau und Stadtentwicklung  genügend Fachpersonal hat, um die Baumaßnahmen im Rahmen des Programms „Gute Schule 2020“ zu planen und die Fertigstellung zu begleiten. Die Antwort war JA. Es fehlt seiner Meinung nach nur das Personal für die künftige technische Betreuung nach Fertigstellung der Baumaßnahmen. Diese Auskunft zweifele ich an.

Im Gegensatz dazu berichtete der Stadtarchitekt Andreas Schnellbach letzte Woche im Betriebsausschuss des Bottroper Sport- und Bäderausschusses, dass die Planung der Sporthalle des Josef-Albers-Gymnasiums komplett an Fremdfirmen vergeben und ausgeschrieben werden muss, da hierfür kein städtisches Personal mehr zur Verfügung steht. Herr Schnellbach betonte, dass er die Sporthalle gerne entworfen hätte, dafür aber das städtische Fachpersonal fehlt.

In der Etatdiskussion im Herbst muss nach Auffassung der DKP dringend über die Einstellung von Ingenieuren entschieden werden, damit die städtischen Baumaßnahmen weitgehend durch eigenes Fachpersonal geplant werden kann und teure Fremdvergaben vermieden werden.

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