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Antrag zum sicheren Unterricht während der Corona-Pandemie
10. Juni 2021

Einen umfangreichen Antrag zum sicheren Unterricht in den Schulen hat die DKP für die kommende Sitzung des Schulausschusses (am 16. 12.2020) gestellt.In dem Antrag heißt es:

Die DKP bittet um die schriftliche Beantwortung folgender Fragen:

  • Wie ist das aktuelle Infektionsgeschehen in den Schulen in Bottrop bei den Schüler*innen und bei den Lehrer*innen?
  • Wie viele Schüler*innen und wie viele Lehrer*innen befinden sich in häuslicher Isolation?
  • Gibt es bauliche Maßnahmen, um in allen Schulen eine ausreichende Lüftung zu gewährleisten?
  • In welchen Schulen werden Luftreinigungsgeräte bzw. CO2 Ampeln eingesetzt?
  • Wie ist der Stand der Umsetzung um Schüler*innen mit digitalen Endgeräten für Homeschooling/Hybridunterricht auszurüsten?

Die DKP beantragt folgende Maßnahmen für einen sicheren Unterricht in Corona-Zeiten:

  • Schüler*innen aus Haushalten mit Transferbezug sollen schnellstmöglich aus Mitteln von Bund und Land mit digitalen Endgeräten ausgerüstet werden. Schüler*innen aus Haushalten, die nicht unter diesen Förderbedingungen fallen und als Geringverdiener sich die digitalen Endgeräte nicht leisten können, erhalten Leihgeräte aus Mitteln der Stadt.
  • Die Verwaltung wird beauftragt, die Schulen umgehend mit dem mittlerweile gängigen Betriebssystem Windows 10 (statt bisher Windows 7) auszustatten, damit Schulen und Lehrer mit den bereits vorhandenen alten Laptops noch arbeits- bzw. unterrichtsfähig bleiben, da Windows 7 mittlerweile bei fast allen gängigen Applikationen / Programmen (z.B. Videokonferenzen und Lern-Apps) nicht mehr unterstützt wird.
  • Die Verwaltung wird weiter beauftragt, mehr Mitarbeiter für das Amt 12 einzustellen, um dem erhöhten und weiterwachsenden IT-Bedarf der Schulen gerecht werden zu können. Aktuell gibt es an Bottroper Schulen insgesamt nur vier freiwillige Medienberater (zwei auf weiterführenden, zwei auf Grundschulen), die (gegen entsprechende Stundenminderung) versuchen, an ihren Schulen das digitale Lernen umzusetzen und weiter voranzutreiben. Die Möglichkeiten der Medienberater sind hier jedoch mangels vorhandener Ausstattung (Hard- & Software) sehr begrenzt. Daher werden dringend mehr IT-ler an Bottroper Schulen benötigt, um die übrigen Lehrer einerseits gezielt auf die neuen Herausforderungen des digitalen Lernens vorbereiten zu können und andererseits das digitale Lernen mit vorhandenen und erwarteten Mitteln (avisierte neue Endgeräte) auf- und weiter ausbauen zu können.
  • Die Verwaltung wird beauftragt, Fördergelder beim Land NRW für Luftreinigungsgeräte zu beantragen und die Schulklassen damit auszurüsten. Damit der Bedarf in den Schulen gedeckt werden kann, schafft die Stadt darüber hinaus Luftreinigungsgerate auf eigene Kosten an.
  • Die Verwaltung wird beauftragt, dringend weitere Masken kostenlos besonders für Grundschüler zur Verfügung zu stellen.
  • Morgens und nachmittags sind die Busse überfüllt mit Schüler*innen. Der Fachbereich Jugend und Schule trifft Absprachen mit den Schulleitungen, damit der Unterrichtsbeginn in Bottrop entzerrt werden kann und der Andrang in den Bussen zum Schulbeginn und Schulende spürbar geringer wird. Die Stadt Herne hat damit gute Erfahrungen gemacht. Darüber hinaus wird der Fachbereich Jugend und Schule beauftragt, über Busunternehmen zusätzliche Transportkapazitäten für den Schülerverkehr bereit zu stellen.
  • Wechselunterricht zwischen Präsenz- und Fernlernphasen sollten für Schüler*innen der Sekundarstufe I und II nicht erst bei einem Inzidenzwert von über 200, sondern nach den Empfehlungen des RKI ab einem Inzidenzwert von über 50 möglich sein. Die Stadt setzt sich gegenüber dem Land NRW dafür ein, dass die Schulleitungen dafür einen eigenen Handlungsspielraum erhalten.
  • Bei Infektionsfällen in Klassen sollte die gesamte Klasse in die häusliche Isolation geschickt werden und nicht nur die unmittelbaren Nachbarn. Nach fünf Tagen häuslicher Isolation können nach einem negativen Schnelltest die Schüler*innen wieder am Unterricht teilnehmen.
  • Da die Sport- und Schwimmhallen für den Sportunterricht an den Schulen derzeit geschlossen sind, gibt es für die Schulen nicht genügend Alternativmöglichkeiten, dem notwendigen Sport- und Bewegungsdrang der Schüler*innen zu entsprechen. In Absprache mit dem Bottroper Sport und Bäderbetrieb sollten für den Schulsport die Sportplätze geöffnet werden.
  • Der Schulausschuss kritisiert die „Handreichung“ der Bezirksregierung zum Thema Corona für die Schulleitungen. Die Öffentlichkeit sowie die Eltern brauchen eine offene Kommunikation über das Infektionsgeschehen an den jeweiligen Schulen.
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