40 Jahre Berufsverbote auch in Bottrop!

Pressemitteilung

Vor 40 Jahren, am 28. Januar 1972, verabschiedeten Bundeskanzler Willy Brandt und die Innenminister der Bundesländer den so genannten „Radikalenerlass“, nach dem nicht mehr Beamter sein sollte, „wer nicht die Gewähr dafür biete, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten“. Mit dieser Floskel wurde eine Politik der massenhaften Bespitzelung, der Verwehrung des Zugangs zu Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst und der Vernichtung beruflicher Existenzen betrieben. Das Wort „Berufsverbot“ ging in andere Sprachen ein.
Auch in Bottrop gab es Opfer des „Radikalenerlasses“, so war die Bottroper Lehrerin Traudel Plümpe vom Berufsverbot bedroht, ebenso der Krankenhausarzt Rainer Lukaschek, der Bundesbahner Jürgen Hoffmann.
Weitere Bottroper Lehrer wurde zur „Anhörung“ vorgeladen.
Insgesamt gab es 3,5 Millionen Überprüfungen, 10.000 Bewerber wurden abgelehnt 2.200 Disziplinarverfahren und 265 Entlassungen.

Für das den Betroffenen zugefügte Unrecht hat bis heute niemand bei ihnen um Entschuldigung gebeten oder sie entschädigt. Viele, die jetzt Rentner oder Pensionäre sind, werden durch schlechtere Altersversorgung weiter für ihr verfassungskonformes Engagement benachteiligt.
Auf einer Veranstaltung der DKP Bottrop informiert der Lehrer und Berufsverbotsopfer Uwe Koopmann über die Praxis der Berufsverbote für fortschrittliche Beamte, Lehrer, Postler, Bahnbedienstete und weitere
Berufsgruppen .
Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 7. März, Beginn 19.00 Uhr,
in der Gaststätte Rathaus-Schänke, Ernst-Wilczok-Platz.

gez. Jörg Wingold

04.03.2012

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